Zitate (2)


"Viele Leute glauben, dass Autisten mit diesem oder jenem Geräusch, mit dieser oder jener Sache Schwierigkeiten haben. Das Problem besteht aber in der Kombination von zu vielen dieser Dinge auf einmal. Also habe ich kein Problem mit der Tapete oder mit dem laufenden Fernseher. Ich habe nicht einmal ein Problem mit Jemanden, der blablabla redet. Aber wenn ich die Muster auf der Tapete sehe, dabei der Fernseher läuft und gleichzeitig ein Anderer blablabla redet und wieder ein Anderer ein Regenmantel trägt, der krrkrrkrr macht, während er durch den Raum geht und dann hat man noch Gedanken und Gefühle zur selben Zeit, dann erst hat man ein Problem mit den Dingen. Dann kann man das Licht nicht mehr ertragen oder den Klang von sprechenden Leuten. Also sind die einzelnen Sachen für sich kein Problem. Das Problem ist, dass sie alle zusammen zuviel werden. Deshalb versuchen wir, das Leben in unserem Haus sehr ruhig zu gestalten, sodass wir nicht viele Hintergrundgeräusche haben. Das Haus ist sehr ruhig, wir hören keine Musik und haben gleichzeitig den Fernseher laufen. Wir haben keine Tapeten an allen Wänden und wir haben keine aufdringlichen Muster auf dem Teppich. Die Art und Weise, wie wir unsere Sachen haben, ist sehr ordentlich und berechenbar, alles an sehr logischen Orten. Wenn man sich hier umschaut, gibt es einen sehr logischen Aufbau des Hauses, wo man alles findet. Viele Dinge sind sehr symmetrisch. Das gibt mir unmittelbar einen Sinn, einen natürlichen Sinn dafür, wo man nach Dingen suchen muss. So bekommt man einen Eindruck von der Ganzheit eines Ortes und wo man sich innerhalb dessen befindet."

Donna Williams (Texte aus einer TV-Reportage)

Und Paul, Donnas Ehemann, ergänzt (Hinweis auf die farbigen Irlen-Filter):

"Unsere Sehprobleme bestehen zum Teil darin, dass die visuellen Eindrücke viel zu schnell und vielfältig sind. Unser Gehirn hat nicht die Zeit, die unwichtigen von den wichtigen Informationen zu trennen und sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Was passiert ist, dass alle Informationen gleichwertig behandelt werden. Also die Person, die vor mir steht und redet, die Stimme und die Gesichtsmimik der Person, sind gleichwertig mit einem Vogel, der einige Felder weiter piept. Oder: Das Licht wird im Tau auf der Wiese hinter der Person reflektiert. Das verlangt die gleiche Aufmerksamkeit, wie die Person, die zu mir spricht. Unsere Brillen helfen uns dabei, eine Lichtfrequenz zu finden, die unserem Gehirn die meisten Schwierigkeiten verursacht und nimmt sie einfach weg."


"Der Arzt beschäftigt sich nicht, wie der Naturwissenschaftler, mit einer Vielfalt von verschiedener Organismen, die theoretisch einer durchschnittlichen Umgebung auf durchschnittliche Weise angepaßt sind, sondern nur mit einem einzigen Organismus, nämlich dem des Menschen, der seine Identität unter widrigen Umständen zu bewahren sucht."

Oliver Sacks (Neuropsychologe)  ·  Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte  ·  Rowohlt 1991


"Wenn die Pforten der Wahrnehmung gereinigt wären, erschiene alles ... wie es ist – unendlich."

Sogyal Rinpoche  ·  Funken der Erleuchtung  ·  Otto Wilhelm Barth Verlag 1995


"Raum, Raum und nochmals Raum – die unendliche Gottheit, die uns umgibt."

Max Beckmann · Sichtbares und Unsichtbares · Peter Beckmann 1965



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