Zitate aus Wissenschaft, Kunst und Religion, die sich u.a. mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung beschäftigen:


"Meine Arbeit, mein Leben gehört den Kranken – aber sie und ihre Krankheiten bringen mich auf Gedanken, auf die ich sonst vielleicht nicht kommen würde."

Oliver Sacks (Neuropsychologe) · Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte · Rowohlt 1991


"Die gesamte Geschichte der Neurologie und der Neuropsychologie ist eine Geschichte der Erforschung der linken Gehirnhälfte. Ein wichtiger Grund für die Vernachlässigung der rechten Hemisphäre besteht darin, daß es leicht ist, die Auswirkungen verschiedenster Verletzungen der linken Seite zu demonstrieren ... Die linke Gehirnhälfte ist differenzierter und spezialisierter ... Andererseits ist die rechte Hälfte in entscheidendem Maße an der Wahrnehmung der Wirklichkeit beteiligt, eine Fähigkeit, über die jedes Lebewesen verfügen muß, um überleben zu können ... Ein Neurologe, der Defekte der rechten Hemisphäre erforschen will, steht vor erheblichen inneren und äußeren Schwierigkeiten. Es ist für Patienten mit bestimmten Syndromen der rechten Gehirnhälfte nicht nur schwierig, sondern unmöglich, ihre eigene Störung zu erkennen."

Oliver Sacks (Neuropsychologe) · Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte · Rowohlt 1991


"Ich hatte wieder Nachtangst. Ich war aufgestanden und in einer Art Traumzustand ins Bad gegangen. Ich hatte das Flurlicht unter der geschlossenen Wohnungstür hindurchschimmern sehen. Es hatte etwas ausgelöst, und ich fühlte, wie ich fiel und die Kontrolle über jedes Gefühl für die Realität verlor."

Donna Williams  ·  Ich könnte verschwinden, wenn du mich berührst  · Hoffmann und Campe 1991


"Aus der Hörmuschel kam ein Summen, wie K. es sonst beim Telefonieren nie gehört hatte. Es war, wie wenn sich aus dem Summen zahlloser kindlicher Stimmen – aber dieses Summen war keines, sondern war Gesang fernster, allerfernster Stimmen, wie wenn sich aus diesem Summen in einer geradezu unmöglichen Weise eine einzige hohe, aber starke Stimme bilde, die an das Ohr schlug, so, wie wenn sie fordere, tiefer einzudringen als nur in das armselige Gehör."

Franz Kafka  ·  Das Schloß  ·  Fischer 1983



Weiter >