8. Mischung (Visuelles Merkmal des Irlen-Syndroms)

Wenn sich Fragmente von unterschiedlichen Objekten oder Personen in ihrer Bewegung vermsichen, entsteht hieraus kurzfristig ein neues Objekt, das so nicht existiert. Das Foto des Paares verdeutlicht das. Die Lichtüberblendungen aus dem Hintergrund (Fenster) haben Fragmente entstehen lassen. Wenn sich nun ein Fragment aus dem Gesicht des Mannes über das Gesicht der Frau bewegt, lösen sich die erkennbaren Identitäten der beiden Personen auf, bzw. mischen sich. Wenn das permanet geschieht, und das ist bei dem Iren-Syndrom in dieser Intenstität wahrscheinlich, geraten Wahrnehmungskonzepte außer Kontrolle.

Was ist was? Wer ist wer?

Irlen-Syndrom, Mischung

1. Foto: Normale Wahrnehmung                    2. Foto: Eine Wahrnehmung mit Irlen-Syndrom.

An dieser Stelle wird deutlich, dass das Irlen-Syndrom mehr als eine visuelle Wahrnehmungs- störung sein kann, die allein mit einer Lichtempfindlickeit und den unterschiedlichsten visuellen "Effekten" zu beschreiben ist. Die visuellen Störungen des Irlen-Syndroms können so stark ausgeprägt sein, dass 1. die visuelle Wahrnehmung kaum noch möglich ist und 2. Wahr- nehmungskonzepte nicht mehr funktionieren. Mit Wahrnehmungskonzepten meine ich hier die eindeutige Zuordnung von visuellen Informationen, die den verschiedenen Identitäten zugeordnet werden können. Die Identität eines Menschen, die Identität eins Tisches sind dann nicht mehr zu begreifen. Wenn dann die auditve Wahrnehmung und die Eigenwahrnehmung parallel zu den visuellen Verarbeitungsschwierigkeiten durcheinander geraten, was nicht unwahrscheinlich ist, ist das Wahrnehmungschaos perfekt. Wenn das  "Nichterfahren" von äußerer und innerer Identität täglich erlebt wird, öffnet sich ein großer Spalt zwischen innerer und äußerer Welt. Es fehlt gewissermaßen ein Bindeglied in der Wahrnehmung zwischen Mensch und Umwelt. Die Übertragung ist gestört. Menschen mit Autismus sind permanent aufgefordert, zersplitterte Wahrnehmungselemente zu decodierung bzw. wieder zusammenzufügen. Sie bleiben aber in diesem Prozess stecken. Der Versuch bleibt in der Regel ohne verwertbares Ergebnis. Das ist das Tragische an diesem Zustand. Was für Menschen mit einer normalen Wahrnehmung selbstverständlich abläuft, ist für diese Menschen eine unendliche und anstrengende Aufgabe, die eben nie aufhört. Irlen-Filter können hier ein Baustein sein, um Wahrnehmung zu normalisieren. Und es kann mit den Irlen-Filtern ein "Wiederaufbau von Wahrnehmung" stattfinden (mehr dazu an einer anderen Stelle).

Weiter > 9. Wechselsehen.